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Culture

Drei queere Filme über Enden, Abschiede und Weitergehen

Drei Filme über queere Charaktere, die sich Enden stellen. Eine Beziehung, ein Leben, eine Version deiner selbst. Verschiedene Länder, verschiedene Töne, ein starkes Thema.

RainbowNews Redactie28. Juli 2026 — International3 Min. Lesezeit
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Wenn etwas endet, beginnt ein Film

Manche queeren Filme handeln von Liebe. Diese drei handeln von danach. Ein Abschied, der bleibt. Ein Verlust ohne Namen. Eine Tür, die langsam zugeht. Die Filme stammen aus Frankreich, USA und Taiwan. Sie entstanden in drei verschiedenen Jahrzehnten. Gemeinsam ist ihnen das stille Gewicht eines Endes. Und wie Menschen damit umgehen. Falls dir unser früherer Artikel Drei queere Filme über Elternschaft, Heimat und Lebensentwurf gefallen hat: Diese Sammlung wird dunkler und introspektiver.

All of Us Strangers (2023) — Andrew Haigh

Regisseur Andrew Haigh drehte den Film in Großbritannien. Die Hauptrolle spielt Andrew Scott. Paul Mescal spielt seinen Partner im fast leeren Apartmenthaus. Der Film beginnt leise. Ein Mann lebt allein in London. Er hat seine Vergangenheit nie verarbeitet. Dann geschieht etwas Seltsames. Der Film dreht sich in unerwartete Richtungen.

Haigh arbeitet präzise. Sein früherer Film Weekend (2011) handelte auch von Verbindung und vergehender Zeit. Hier geht er weiter. Die Bilder sind sanft und blaulich gefärbt. Momente fühlen sich wie Erinnerung an, während sie geschehen. Scott gibt eine der besten Schauspielleistungen der letzten Jahre ab. Er trägt Trauer in seinem Körper, ohne sie auszusprechen.

Das ist kein einfacher Film. Er verlangt viel vom Publikum. Aber er rechtfertigt jeden schwierigen Moment. Für Zuschauer, die etwas Anspruchsvolles und Schönes suchen: Das ist unverzichtbar.

Wo zu sehen: Disney+ in den meisten Regionen. Auch digital zum Mieten oder Kaufen.

Wild Reeds (Les Roseaux sauvages, 1994) — André Téchiné

Dieser französische Film ist über dreißig Jahre alt. Er wirkt zeitlos. Téchiné spielte ihn 1962 im Südwesten Frankreichs. Vier junge Menschen navigieren Begehren, Politik und Erwachsenwerden. Zwei von ihnen sind Jungen. Einer begehrt das Unerreichbare. Der andere weiß nicht, was er will.

Der Film bewegt sich langsam und ehrlich. Niemand hier ist ganz richtig oder falsch. Eine Beziehung endet, eine andere beginnt kaum. Charaktere gehen in die Stadt, in den Krieg, irgendwohin. Das Ende bleibt offen. Das Leben geht weiter.

Téchiné interessiert sich dafür, wie Menschen sich verfehlen. Nicht nur romantisch, sondern zeitlich. Seine Charaktere sind immer leicht asynchron. Wild Reeds gilt als sein bestes Werk. Es gewann vier César Awards, darunter Best Film. Für Neulinge im französischen Autorenkino ideal. Es ist nah und zugänglich, ohne zu sein.

Wo zu sehen: Auf MUBI in mehreren Regionen. Auch auf DVD und zum digitalen Mieten.

The Wayward Cloud (Tian bian yi duo yun, 2005) — Tsai Ming-liang

Dieser taiwanische Film ist am anspruchsvollsten von den dreien. Tsai Ming-liang arbeitet mit Stille und Dauer. Seine Filme fordern Geduld. The Wayward Cloud ist eine Fortsetzung von What Time Is It There? (2001). Dieselben zwei Charaktere erscheinen wieder: Eine junge Frau (Chen Shiang-chyi) und ein junger Mann (Lee Kang-sheng).

Sie leben im selben Apartmenthaus in Taipei während einer Wasserknappheit. Er arbeitet in der Pornografie. Sie weiß das nicht. Sie umkreisen sich, sprechen kaum. Dann bricht der Film in seltsame Musiknummern aus. Surreal, erotisch, zutiefst unbequem. Diese Sequenzen sind keine Metaphern. Sie sind Konfrontationen.

Der Film hat keine queer-Geschichte im klassischen Sinn. Aber die Queerness ist strukturell. Körper werden benutzt, missverstanden, aufgeführt. Nichts ist einfach. Das Ende ist eins der abruptesten und verstörendsten im Weltkino. Eine leichte Warnung: nicht spoilerig, aber die letzte Szene ist intensiv.

Das ist nicht für jeden etwas. Aber wer sich darauf einlässt, dem bleibt es lange. Tsais Arbeit beeinflusste eine Generation von Filmemachern, auch die der Filme in unserem Artikel Drei queere Filme über Häuslichkeit, Zugehörigkeit und Heimat.

Wo zu sehen: Auf MUBI. Auch digital zum Mieten in manchen Regionen.

Drei Filme, drei Arten von Enden

Diese drei Filme teilen Zurückhaltung. Keiner eilt zur Auflösung. Haigh nutzt Trauer als formales Prinzip. Téchiné vertraut seinen jungen Darstellern. Tsai streift fast alles ab, hinterlässt Empfindung statt Geschichte. Zusammen argumentieren sie für Slow Cinema. Nicht als Stilwahl, sondern als einziger ehrlicher Weg. So fühlt sich das Vorbei-Sein an. Das sind keine leichten Filme. Aber lohnende.

RR

RainbowNews Redactie

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