Japan will Flaggenverbrennung zur Straftat machen
Japans Regierungspartei will Flaggenverbrennung unter Strafe stellen. Dies könnte LGBTQ+-Aktivisten und Protestierende gefährden.
Japans Regierungspartei LDP hat einen neuen Gesetzentwurf eingereicht. Sie will Beschädigungen der japanischen Flagge verbieten. Der Entwurf wurde am 16. Juni 2026 eingereicht.
Auch andere Parteien unterstützten den Entwurf. Dazu gehören die Japan Innovation Party und die Democratic Party. Zusammen bilden sie eine starke Mehrheit im Parlament.
Der Entwurf macht es illegal, die Flagge zu beschädigen. Die Tat muss in der Öffentlichkeit stattfinden. Sie muss auch erhebliches Unbehagen oder Ekel verursachen.
Die Strafe ist schwerwiegend. Menschen könnten bis zu zwei Jahre Gefängnis bekommen. Oder sie zahlen eine Geldstrafe von 200.000 Yen. Das entspricht etwa 1.250 US-Dollar.
Dies ist die gleiche Strafe wie für Beschädigungen ausländischer Flaggen. Diese Regel existiert bereits in Japans Strafgesetzbuch.
Warum ist dies wichtig für LGBTQ+-Menschen? In Japan verbrennen Aktivisten manchmal Flaggen bei Protesten. Dies ist eine Form freier Rede. LGBTQ+-Aktivisten protestieren für gleiche Rechte. Japan erlaubt Eheschließungen zwischen gleichen Geschlechtern nicht.
Der ursprüngliche Entwurf zielte auch auf soziale Medien ab. Videos von Flaggenverbrennung online zu teilen wäre illegal geworden. Dieser Teil wurde später entfernt. Menschenrechtsorganisationen sind aber besorgt.
Human Rights Watch kritisierte den Entwurf. Sie sagen, er schränkt die Meinungsfreiheit ein. Sie warnen, dass Protest ein wichtiges Werkzeug ist. LGBTQ+-Menschen in Japan sehen bereits viele rechtliche Hürden.
Japan ist das einzige G7-Land ohne Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare. LGBTQ+-Aktivisten protestieren regelmäßig in öffentlichen Räumen. Solche Gesetze könnten sie zum Schweigen bringen.
Kritiker sagen, die Formulierung ist zu vage. Wer bestimmt, was Unbehagen verursacht? Dies könnte der Polizei zu viel Macht geben. Minderheiten könnten unfair behandelt werden.
Der Gesetzentwurf ist noch nicht Gesetz. Menschenrechtsgruppen fordern das Parlament auf, ihn abzulehnen. Sie sagen, freie Meinungsäußerung muss geschützt werden.
