Klaus Lederer über 'Queers for Palestine': Eine blinde Hoffnung?
Berlins ehemaliger Kultursenator Klaus Lederer erklärt das Phänomen 'Queers for Palestine'. Er warnt vor blinden Flecken in der Linken und spricht über Antisemitismus in queeren Bewegungen.
Warum gehen queere Menschen mit queerfeindlichen Kräften auf die Straße? Diese Frage stellt Klaus Lederer. Er war früher Kultursenator in Berlin.
Lederer spricht von einer sogenannten 'Erlösungshoffnung'. Das bedeutet: Manche Menschen glauben an eine große gemeinsame Befreiung. Sie denken, alle unterdrückten Gruppen kämpfen zusammen. Dabei übersehen sie wichtige Unterschiede.
Das Problem ist komplex. Palästinensische Organisationen verfolgen oft eine queerfeindliche Politik. Homosexualität ist in Gaza strafbar. Trotzdem solidarisieren sich manche queere Aktivisten mit diesen Gruppen.
Lederer kritisiert diesen blinden Fleck der Linken. Er sagt: Man kann nicht Solidarität mit Gruppen zeigen, die queere Menschen unterdrücken. Das ist ein Widerspruch.
Besonders schwierig ist die Situation für jüdische Queers. Sie erleben doppelte Ausgrenzung. Einerseits gibt es Antisemitismus in der Gesellschaft. Andererseits fühlen sie sich auch in queeren Räumen manchmal nicht willkommen.
Lederer betont: Antisemitismus ist auch in linken und queeren Bewegungen ein echtes Problem. Man muss dieses Problem offen benennen. Schweigen hilft niemandem.
Er spricht im Berliner Abgeordnetenhaus über diese Themen. Er fordert mehr Ehrlichkeit in der Debatte. Queere Solidarität darf keine Grenzen haben – auch nicht bei Antisemitismus.
Die Bewegung 'Queers for Palestine' ist international bekannt. Sie entstand nach dem Hamas-Angriff auf Israel im Oktober 2023. Seitdem wird sie stark diskutiert. Kritiker sagen: Es ist paradox, sich mit einem Regime zu solidarisieren, das queere Menschen verfolgt.
Lederer hofft auf eine ehrliche Diskussion. Die queere Gemeinschaft muss eigene Widersprüche erkennen. Nur so kann echte Solidarität entstehen. Solidarität bedeutet nicht, alle Positionen einer Gruppe zu übernehmen.
