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Japans Obergericht erlaubt Geschlechtswechsel ohne Operation

Japans Obergericht entschied: Transgender-Personen können ihr Geschlecht ohne Operation ändern. Was bedeutet das praktisch?

RainbowNews Redactie10. Juni 2026 — International3 Min. Lesezeit
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Foto: RainbowNews Redaktion

Japans Hiroshima-Obergericht entschied im Juli 2024 eine wichtige Regel. Transgender-Personen können ihr Geschlecht ohne Sterilisierungsoperation ändern. Das Urteil markiert einen großen Wandel. Japans Geschlechtserkennungssystem war bisher sehr streng. 2025 folgten mehr Gerichte dieser Linie.

Was das Gericht entschied

Der Fall betraf Gen Suzuki, einen Transgender-Mann. Er wollte sein Geschlecht rechtlich ändern. Nach japanischem Recht musste er fünf Bedingungen erfüllen. Eine war die Sterilisierungsanforderung. Diese Regel zwang Menschen zu einer Operation. Die Operation entfernte ihre Fortpflanzungsorgane.

Das Hiroshima-Obergericht erklärte diese Regel für verfassungswidrig. Artikel 13 der japanischen Verfassung schützt persönliche Würde. Der Staat darf niemanden zu einer Operation zwingen. Das gilt auch für rechtliche Anerkennung.

Das Gericht prüfte auch eine zweite Regel. Diese Regel fordert, dass der Körper zum gewünschten Geschlecht passt. Die Richter entschieden: Diese Regel muss weniger streng ausgelegt werden. Hormontherapie allein kann ausreichen.

Wie das Gesetz früher funktionierte

Japans Geschlechtsidentitätsstörungsgesetz stammt von 2003. Das Gesetz listet fünf Bedingungen auf:

  • Die Person muss mindestens 18 Jahre alt sein.
  • Die Person darf nicht verheiratet sein.
  • Die Person darf keine unmündigen Kinder haben.
  • Die Person darf keine funktionsfähigen Fortpflanzungsorgane haben.
  • Der Körper muss den Genitalien des anderen Geschlechts ähneln.

Über zwanzig Jahre lang bedeuteten die vierte und fünfte Bedingung praktisch eine Operation. Menschenrechtsgruppen nannten das Gesetz eines der strengsten in der OECD. Die Weltgesundheitsorganisation entfernte Geschlechtsidentitätsstörungen 2019 aus ihrer Liste. Internationale Organisationen kritisierten Japans Ansatz wiederholt.

Der Weg zu diesem Urteil

Japans Oberster Gerichtshof entschied bereits im Oktober 2023 wichtig. Die Sterilisierungsanforderung war verfassungswidrig. Das war ein Wendepunkt. Aber der Oberste Gerichtshof schickte die Frage zur Erscheinung zurück. Das Hiroshima-Obergericht gab nun eine klare Antwort.

Vor 2023 bestätigte der Oberste Gerichtshof das Gesetz zweimal. Die Abstimmungen in Japan zeigen einen Wandel. Die Asahi Shimbun-Umfragen zeigen wachsende Unterstützung. Besonders junge Menschen unterstützen Transgender-Rechte.

Was das praktisch bedeutet

Menschen müssen sich nicht mehr sterilisieren lassen. Hormontherapie und eine medizinische Diagnose reichen aus. Das Geschlecht erscheint im Familienregister, genannt koseki. Dieses Dokument ist zentral im japanischen Leben. Es betrifft Ehe, Erbschaft, Renten und offizielle Formulare.

Die vier anderen Bedingungen von 2003 bleiben vorerst bestehen. Das umfasst die Regeln für unverheiratete Personen. Anwälte erwarten neue Gerichtsverfahren zu diesen Punkten.

Das japanische Parlament, die Diät, hat das Gesetz noch nicht geändert. Rechtsexperten sagen: Das Gesetz muss aktualisiert werden. Ohne neues Gesetz können untere Gerichte unterschiedlich entscheiden.

Reaktionen von beiden Seiten

LGBTQ+-Gruppen in Japan begrüßten das Urteil. Die Gruppe LLAN sagte: Das Urteil schützt körperliche Unversehrtheit. Sie forderten die Diät auf, das Gesetz zu überarbeiten.

Konservative Politiker reagierten vorsichtig. Einige warnten: Schnelle Änderungen könnten Verwirrung verursachen. Das betrifft Sport, öffentliche Badehäuser und Frauenschutzhäuser. Premierminister Shigeru Ishiba sagte: Die Regierung wird das Urteil studieren.

Frauenrechtsgruppen in Japan sind gespalten. Einige unterstützen das Urteil. Andere haben Bedenken wie Gruppen in Großbritannien und den USA. Sie wollen klare Regeln für Räume nur für eine Geschlecht.

Japans Vergleich international

Viele europäische Länder hoben die Sterilisierungsanforderung auf. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte entschied 2017 wichtig. Erzwungene Sterilisierung verstößt gegen die Europäische Menschenrechtskonvention. Deutschland, Frankreich und die Niederlande änderten ihre Gesetze.

Mehr über schnelle LGBTQ+-Rechtsänderungen lesen Sie in unserem Überblick Länder, wo LGBTQ+-Rechte 2026 schnell ändern. Japans Nachbar Taiwan erlaubte Eheschließung für gleichgeschlechtliche Paare 2019. Das japanische Obergericht wird auch zum Verbot gleichgeschlechtlicher Ehen entscheiden. Lesen Sie unsere Erklärung zum Urteil des japanischen Obergerichts.

Was kommt als Nächstes

Die japanische Regierung hat jetzt Druck. Das Gesetz von 2003 muss aktualisiert werden. Ohne neues Gesetz müssen Transgender zum Gericht gehen. Das ist ein langer und teurer Prozess. Aktivisten hoffen auf ein einfacheres Verwaltungsverfahren. Systeme wie in Argentinien, Irland oder Malta sind möglich.

Die drei anderen Bedingungen werden bald vor Gericht herausgefordert. Fälle zu unmündigen Kindern sind bereits anhängig. Das Familienrecht in Japan basiert auf dem koseki. Änderungen müssen sorgfältig ausgearbeitet werden.

Das Urteil zeigt derzeit eine klare Richtung. Japan entfernt sich langsam von medizinischen Bedingungen. Wie schnell das System folgt, hängt von der Diät ab. Auch künftige Urteile spielen eine Rolle. Für europäische Parallelen lesen Sie unser Stück zu LGBTQ+-Rechtssiegen in Europa 2026.

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